Am Donnerstag, den 15. Dezember 2016 war der Europa-Abgeordnete Peter Simon zu Gast in Reutlingen und hatte über das kritische Thema „Europa am Scheideweg“ diskutiert. Gegenstand war die Frage, ob Europa auseinander driftet oder aber ein verstärkter Zusammenhalt notwendig wird.
Hintergrund und Anlass der Diskussionsveranstaltung waren die Entwicklungen der letzten Monate und Jahre in der europäischen Solidargemeinschaft.
Am Dienstag, den 29. November wurde die Eningerin Rebecca Hummel in der Pfullinger Gaststätte "Jahnhaus" mit deutlichen 97 % zur Bundestagskandidatin im Wahlkreis Reutlingen (289) gewählt. 68 von 70 Delegierte votierten für die Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte der Stadt Münsingen. "Das Ergebnis ist Ehre und Verpflichtung zugleich. Ich freue mich, für und mit der SPD im Wahlkreis Reutlingen in den Wahlkampf zu ziehen.", so Rebecca Hummel. Die frisch gewählte Landesvorsitzende Leni Breymaier war bei der Nominierungskonferenz zu Gast gewesen und stimmte auf den kommenden Bundestagswahlkampf ein.
Die alljährliche Jubilarehrung des SPD-Kreisverbandes Reutlingen ist sicherlich so einiges: traditionell, feierlich und auch immer wieder unterhaltsam. Aber Eines trifft ganz besonders zu. Diese Veranstaltung wirkt verbindend. Egal ob beim Vorstandsmitglied, prominenten Teilnehmer, Neumitglied, jungen oder alten Hasen. So auch bei der diesjährigen Jubilarehrung: Der Kreisverband ehrte am 6. November 2016 durch die Vorsitzende Ronja Nothofer und Ihre Stellvertreter Rebecca Hummel und Klaus Käppeler im Neuhausener Bindhof insgesamt elf Parteijubilare, darunter auch Tülây und Nils Schmid (10 und 25 Jahre).
Die Eningerin Rebecca Hummel (33) möchte erneut für den Bundestag kandidieren und mit der SPD im Kreis Reutlingen in den Wahlkampf ziehen. Weitere Bewerbungen sind bisher nicht bekannt. Die Nominierungskonferenz im Kreisverband Reutlingen wird am 29. November 2016 stattfinden, zu der der Kreisvorstand Hummel den Delegierten einstimmig und geschlossen empfehlen wird. Der Landesparteitag wird dann im März 2017 über die Landesliste entscheiden.
Panama in Pliezhausen, Walddorfhäslach und Altenriet? Das
passt gut zusammen, hatten doch Susanne Stetter für die SPD
Pliezhausen/Walddorfhäslach und Hans-Georg Kruse für die SPD
Altenriet den finanzpolitischen Sprecher der SPD-
Bundestagsfraktion Lothar Binding zum Thema „Panama-Papers“
eingeladen. Für die Teilnehmer war es ein sehr interessanter und
lehrreicher Vortrag. Viele junge Teilnehmer diskutierten mit. Die
Besucher waren aus dem Kreis Reutlingen und dem Raum
Nürtingen gekommen.
Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins
Susanne Stetter und Hans-Georg Kruse vom SPD-Ortsverein Altenriet
bot Lothar Binding, wie landesweit bekannt mit Flipchart unterwegs,
eine höchst unterhaltsame Lehrstunde zum Thema legale und illegale
Steuersparmodelle. Zunächst erläuterte SPD-MdB L. Binding die
Werkzeuge, die viele Konzerne benutzen um Gewinne dorthin zu
verschieben, wo die Steuern minimal sind. Die Gäste vom SPD-
Ortsverein Pliezhausen-Walddorfhäslach und des SPD-Ortsvereins
Altenriet, wie auch andere Gäste waren erstaunt über die vielfältigen
Möglichkeiten, Unternehmenssteuern zu sparen: Patentboxen
(Gewinnverlagerung durch Lizenzverträge, Niederlande), taxruling
(gewinnunabhängige Steuervereinbarungen, Luxemburg), kreative
Nutzung von Doppelbesteuerungsabkommen (im Ergebnis eine
Doppel-Nichtbesteuerung) und eben Briefkastenfirmen, wie in
Panama. Aber auch durch Zinszahlungen an das eigene
Tochterunternehmen im Ausland oder mittels konzerninterner
Geschäfte (Verrechnungspreise) lassen sich Steuern vermeiden, weil
sich für jede Form der Gewinnverschiebung ein Land finden lässt, das
bestimmte rechtliche oder steuerliche Vorteile anbietet. Steuertricks,
legal aber nicht legitim, seien also hauptsächlich auch ein Problem der
Staaten, die sich in Konkurrenz zueinander bringen lassen –
schließlich „zum Nachteil aller Staaten und zur Bereicherung weltweit
agierender privater Konzerne.
Dem deutschen Staat gehen auf diese Weise jährlich viele Milliarden
Euro verloren. Geld das fehlt für Straßen, Schulen, Polizeibeamte, für
Soziales und Kultur und natürlich auch zum Nachteil der ehrlich
zahlenden Unternehmen.
Weil dort Firmeneigner nicht offengelegt werden müssen, konnte eine
einzige Rechtsanwaltskanzlei in Panama mehr als 200.000
Scheinfirmen ohne einen einzigen Arbeitnehmer anmelden. Fast alle
großen Konzerne und Banken betreiben ein Geflecht von
durchschnittlich 15 Tochter-, Enkel-, Urenkel- bis hin zu Ur-Ur- Ur-
…Enkel-Unternehmen, in jeweils unterschiedlichen Ländern, und
jedes einzelne nur gegründet, um die örtlichen Steuervorteile
auszunutzen. Mit solchen Konstruktionen lassen sich Geldströme
hervorragend verschleiern.
Gegenmaßnahmen sind kompliziert, endet die Reichweite deutscher
Gesetze doch naturgemäß beim Grenzübertritt des Geldes. Auch gilt
es, Regelungen EU-konform zu gestalten, z.B. wenn es darum geht,
„gute“ Zinszahlungen (für echte Kredite an deutsche Banken) von
„schlechten“ (Zinszahlungen an eigene Tochterunternehmen im
Ausland zur Gewinnverlagerung) zu unterscheiden.
Als wichtigste Maßnahmen nannte Lothar Binding neben dem
sogenannten Anti-BEPS- Projekt die sogenannte Quellenbesteuerung,
sowie die Besteuerung von verlagerten Gewinnen in ausländische
passive Gesellschaften im Land des Firmensitzes und die
Hinzurechnungsbesteuerung. Für beide Vorschläge gibt es derzeit
keine politische Mehrheit. Für bessere Vergleichbarkeit der
Steuersätze in Europa soll die Vereinheitlichung der
Bemessungsgrundlage sorgen; eine Harmonisierung der Steuersätze
selbst ist dagegen in den Europäischen Verträgen ausdrücklich nicht
vorgesehen.
BEPS bedeutet dabei Base Erosion and Profit Shifting, also die
Verkürzung der Bemessungsgrundlage durch Verlagerung des
Gewinns. Das Anti-BEPS Projekt der OECD ist ein 15 Bücher
umfassendes Gesamtwerk zur Verhinderung der internationalen
Steuergestaltung. „Das gilt es nun in nationales Recht umzusetzen“ so
Binding mit dem Hinweis darauf, dass Schäuble das Projekt zwar
verbal unterstütze, sich aber schwer tue, wenn es um die konkrete
Umsetzung in Deutschland gehe. Gegen Ende der Veranstaltung kam
noch eine lebhafte und interessante Diskussion über
Steuerhinterziehung, also Steuerbetrug auf. Dabei ging es auch um
Kassenmanipulation, Kassenpflicht und Belegausgabepflicht,
Themen, die nicht dem freien Markt geopfert werden dürfen, so
Susanne Stetter, die im Namen der Ortsvereine als kleines
Dankeschön für den Referenten eine Ziege für eine Familie in
Mosambik, einem der ärmsten Länder der Welt, spendete.